Schleierabnahme

Brautpaar unter Schleier vor der Schleierabnahme

Der Hochzeitsbrauch der Schleierabnahme

Einem alten Brauch folgend...

findet am Ende jeder Hochzeitsfeier die Schleierabnahme statt.

Sofort nach dem Aufschneiden der Hochzeitstorte, was zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten gehört, wird mit dem Brautschleier folgendes Ritual durchgeführt. Die Gäste bilden einen Kreis. Inder Mitte sitzt das frischvermählte Ehepaar. Die Mutter des Bräutigams tritt an das Brautpaar heran, nimmt der Braut den Schleier ab, und bindet ihr ein Tuch und eine Schürze um, die die Attribute des Frauenschicksal bedeuten. Den Schleier setzt jetzt die Trauzeugin auf. Dabei muss sie sich dreimal um die rechte Schulter drehen. Dieses Ritual symbolisiert die Übergabe der Lebensstafette: es wird angenommen, dass die Trauzeugin als nächste heiraten wird.

Schleier wird an andere Mädchen gegeben

Danach wird der Schleier an andere Mädchen, die auf der Hochzeit anwesend sind, weitergegeben. Alle machen das gleiche mit dem Schleier wie die Trauzeugin. Dieses Ritual gibt auch diesen Mädchen die Hoffnung bald heiraten zu können.
Nachdem alle Interessenten den Schleier zur Probe aufgesetzt haben, nimmt ihn die Mutter des Bräutigams und hängt ihn zur Aufbewahrung unter einem Heiligenbild.

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Braut mit langem Schleier

So wird das Ritual der Schleierabnahme durchgeführt:

  • Eine Variante ist: an vielen Hochzeiten findet um Mitternacht der traditionelle Schleiertanz statt. Der Schleier wird der Braut geraubt, in kleine Stücke zerrissen und an die weiblichen Gäste verteilt. (Zerrissen wird nicht selbst der Brautschleier, sondern ein Ersatzschleier aus Tüll). Dieser Schleiertanz symbolisiert, dass die Eheleute den reichen Segen, den sie an diesem Tag erfahren haben, mit den Gästen teilen.

 

Schleier und die Boutonniere

  • Eine andere Variante besteht darin, dass am Ende der Hochzeitsfeier der Schleier der Braut abgenommen, und durch eine Haube ersetzt wird. An der Haube kann man eine verheiratete Frau erkennen. Daher besteht auch der Spruch „ unter die Haube kommen“, wenn es ums Heiraten geht. Gleichzeitig mit der Schleierabnahme wird dem Bräutigam von seinem Trauzeuge die Boutonniere abgenommen. Der Brautschleier und die Boutonniere sind Familienreliquien. Die darf man nicht verkaufen oder verleihen. Diese Familienreliquien muss man ein ganzes Leben lang aufbewahren. Es wird geglaubt, dass der Schleier und die Boutonniere die Eheleute und ihre Kinder vor Unglück beschützen.

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