Russische Hochzeit in Deutschland

Russische Hochzeiten in Deutschland

Die Hochzeitsfeier bei unseren Landsleuten in Deutschland

In dem untenstehenden Artikel werden wir versuchen zu erzählen, wie eine russische Hochzeit ( russkaja svadba ) bei unseren Landsleuten, deren Eltern, Großeltern oder bei denen, die aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland eingereist sind, stattfindet.

Liebe Brautleute!
Die Hochzeitsfeier unserer Landsleute in Deutschland unterscheidet sich in vielen Dingen von der Hochzeit, die die hiesigen Deutschen feiern. Die Hochzeitsfeier hat viele Hochzeitsbräuche und Sitten, die aus Russland kommen, übernommen. Auch deutsche Bräuche und Sitten, die für Glück, Liebe und Treue stehen, finden auf Hochzeiten unserer Landsleute statt.
In diesem Artikel möchten wir Ihnen mitteilen, welche Bräuche des Altertums bei einer Hochzeit unserer Landsleute bewahrt wurden und welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede es zu einer Hochzeit der hiesigen Deutschen gibt.

Unterhaltungsabende, Junggesellenabschiede damals und heute

Wie früher, veranstalten auch heute die Braut und der Bräutigam für ihre Freunde und Freundinnen Junggesellenabschiede, die freundschaftliche und lustige Unterhaltungsabende sind. Diese Feiern werden getrennt voneinander durchgeführt. Das ist eine wunderbare Möglichkeit sich mit den Freunden zu treffen und sich vor der Hochzeit noch mal richtig auszutoben.
Die Tradition des Junggesellenabschieds hat ihre Wurzeln in Großbritannien. Der Polterabend und der Junggesellenabschied sollten mindestens eine Woche vor dem eigentlichen Hochzeitsfest stattfinden. Da es bei den Polterabenden recht ausgelassen zugeht, brauchen die Brautleute eine kleine Atempause und Regenerationsphase.

Seinen Ursprung findet der Polterabend vermutlich in vorchristlicher Zeit

In Russland werden die Junggesellenabschiede nicht großartig gefeiert.
In Deutschland verabschiedet sich die Jugend von ihrem Junggesellensleben gewöhnlich mit viel Alkohol, Cocktails und verschiedenen Gaumenfreuden. Gefeiert wird entweder zu Hause oder in Clubs, Cafes oder Bars.

Kaum eine russische Hochzeit kann man sich ohne den traditionellen Brautkauf vorstellen. 

Die Sitte des Brautkaufs kommt aus Russland, wo sie vor hunderten von Jahren entstanden ist. Damals war der Brautkauf eine sehr fröhliche, lustige Zeremonie.

Der Sinn des Brautkaufs besteht darin, dass der Bräutigam für seine Braut bezahlen muss.  Als Lösegeld kommen Geldmünzen, Pralinen, Sekt, Wein oder Wodka zum Einsatz. Außerdem werden der Bräutigam und seine Freunde getestet, es werden Rätsel und Pfandfragen von den Brautjungfern und den Freundinnen vorbereitet.

Während des Rituals wird damit auch die Liebe des Bräutigams zu der Braut getestet. In Deutschland folgen dem Brauch des Brautkaufs nur unsere Landsleute, da er aus Russland stammt.

Der wichtigste Teil der Hochzeit ist die standesamtliche Trauung.

Am Standesamt führt normalerweise kein Weg vorbei, denn der Staat muss zuerst den Bund fürs Leben besiegeln. Die standesamtliche Trauung in Deutschland findet meistens 2-3 Tage oder auch eine Woche vor der kirchlichen Trauung statt. Manche Paare holen die kirchliche Trauung Monate oder auch Jahre später nach. 
Die Hochzeitsfeier findet meistens am Tag der kirchlichen Trauung statt.

Nach der kirchlichen Trauung wird oft gefeiert. Einige veranstalten eine kleine Fourchette, andere feiern im Restaurant oder Cafe. Nach alter Tradition gehört zu einer Hochzeit auch die kirchliche Trauung.

Die kirchliche Trauung

Die kirchliche Trauung, im Vergleich zur standesamtlichen Trauung, ist freiwillig und ohne rechtliche Bedeutung. Aber die gläubigen Menschen finden es selbstverständlich ihre Ehe in Gottes Hand zu legen. Sie betrachten die Trauung in einer Kirche nicht nur als romantische Zeremonie. Die kirchliche Zeremonie bedeutet, dass die Brautleute ihre Ehe unter Gottes Schutz stellen. Heute lassen sich die meisten Brautleute in unserem Land in der Kirche trauen.

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In Deutschland russische Hochzeiten feiern

Zu einer Hochzeit gehört traditionell auch ein Sektempfang, der nach der Trauungszeremonie stattfindet.

Es gibt kaum ein Getränk, das besser zu großen Anlässen getrunken werden kann, als der Champagner. Dabei wird ein altes Ritual, das die Wurzeln im XIX Jahrhundert hat, durchgeführt. Die Braut und der Bräutigam trinken ihre Gläser mit dem Champagner aus und werfen diese nach hinten. Dieses Ritual bedeutet, dass die Gläser „zum Glück“ zerschlagen werden!
Außerdem gibt es eine alte Tradition, dass man das Geschlecht des zukünftigen Kindes feststellen kann, wenn man die Scherben der zerschlagenen Gläser betrachtet. Große Scherben bedeuten, dass als Erstes ein Junge geboren wird. Die kleinen Scherben prophezeien ein Mädchen. Dieses Ritual findet sowohl in Russland als auch in Deutschland statt.

Der gemeinsame Weg ins Glück

Der gemeinsame Weg ins Glück beginnt für jedes Brautpaar mit der Fahrt zur standesamtlichen und kirchlichen Trauung. Danach geht es an den Ort der Hochzeitsfeier.

Die Wahl des Hochzeitsgefährts obliegt ganz allein dem Geschmack des Brautpaares. Es kann eine extravagante Luxuslimousine aber auch eine romantische Pferdekutsche sein. Traditionell fahren diese im Konvoi und drehen zu Ehren der Frischvermählten eine aufseherregende Extra-Runde durch die Stadt.

Der Hochzeitszug hat ein gemeinsames Erkennungszeichen, wie zum Beispiel eine weiße Schleife oder Dosenscheppern und Hupen. Damit wird signalisiert: „Hier wird geheiratet! Hier wird gefeiert!“ Das Autohupen symbolisiert „Hier beginnt eine neue Familie. Hier beginnt für 2 Menschen der gemeinsame Weg ins Glück!“ Früher hatte das Autohupen und das Glöckchengeläut der Pferdekutsche eine andere Bedeutung. Damit wollten unsere Vorfahren die bösen Geister von dem Brautpaar vertreiben und das Brautpaar vor dem Unglück bewahren.

Über die Schwelle tragen

Ein sehr beliebter Hochzeitsbrauch, der auch heute noch in vielen Ländern existiert, ist, dass der Bräutigam die Braut über die Schwelle tragen soll. Nach diesem Brauch darf die Braut die Schwelle des Hauses nicht alleine betreten. Sie muss entweder zusammen mit Bräutigam über die Schwelle gehen oder er muss sie über die Schwelle tragen. Diesem Brauch folgen sowohl die junge Leute in Russland, als auch in Deutschland.

Reis werfen und Tauben fliegen lassen

Einer alten Sitte zufolge trifft das frischvermählte Paar nach der kirchlichen oder standesamtlichen Trauung ein Hagel von Reiskörnern – das soll Glück bringen. Heute wird es aber aus hygienischen Gründen nicht gern gesehen, vor Standesämtern und Kirchen Reis zu werfen, weil Reis Tauben anlockt.

Um den Frischvermählten dennoch eine fruchtbare und glückliche Ehe zu wünschen, werden Blumen geworfen oder Luftballons in den Himmel geschickt. Diesem schönen Brauch wird heute in vielen Ländern gefolgt.

Eine internationale Tradition ist der Auflass von weißen Tauben. Im Christentum symbolisiert die Taube den heiligen Geist. Mit seiner Hilfe können die Eheleute die heiligen Engel bitten, die Ehe zu beschützen. Viele Brautleute aus fast allen Ländern schließen dieses Ritual gern in ihr Hochzeitsprogramm ein.

Ein alter Brauch aus vorchristlicher Zeit ist der Empfang des Brautpaares mit Brot und Salz.

 Er ist in Deutschland, wie auch in Russland sehr beliebt. Bevor in Deutschland die Brautleute die Hochzeitslocation betreten dürfen, wird ihnen eine gesalzene Scheibe Brot und ein Glas Wasser zum gemeinsamen Verzehr gereicht. Früher meinte man, dass der Bräutigam erst dann zur Familie der Braut gehörte, wenn die beide zusammen das Brot mit dem Salz verspeist hatten. Außerdem symbolisierten Brot und Salz die Grundnahrung. Es sollte dem Brautpaar an Nahrungsmitteln und Geld niemals mangeln.
In Russland werden die Frischverheirateten von den Schwiegereltern der Braut vor ihrem neuen Haus mit selbstgebackenem Brot empfangen. Die Braut und der Bräutigam sollen einen großen Bissen von dem Laib ohne Handberührung nehmen. Wer das größte Stück abgebissen hat – wird das Familienoberhaupt sein. Dieser unterhaltsame Brauch wird bei unseren Landsleuten häufig durchgeführt. Das Hauptattribut der Hochzeitszeremonie bei unseren Ureltern war das Hochzeitsbrot, das „Karawai“ genannt wurde.

Am Ende des XIX – Anfang des XX Jahrhunderts war bei den Slawen das Backen des Karawais eine obligatorische Sache. Der Karawai symbolisierte damals den Ehefrieden. Er wurde von mehreren Frauen gebacken. Nach dem Backen musste der Laib mit einem Handtuch abgedeckt werden um ihn von anderen Menschen fern zu halten. Zusammen mit dem Karawai wurde auch Gebäck in Form von Entchen und Täubchen gebacken. Dieses Gebäck konnten die Gäste zu den Verwandten und Bekannten mitnehmen, die bei der Hochzeit nicht anwesend sein konnten. Heute wird nicht mehr der Karawai gebacken, ein kulinarischer Höhepunkt jeder Hochzeit ist heutzutage die Hochzeitstorte.

Die Hochzeitstorte

Die Hochzeitstorte ist heute das Herzstück aller kulinarischen Darbietungen eines Hochzeitsfestes. Sie ist eine der ältesten Traditionen. Schon die alten Römer und die Ägypter verspeisten nach der Trauung süßen Kuchen. Und nach Überlieferungen stammt die Hochzeitstorte von einer Sorte dieser Kuchen ab. Das Wort „Torte“ gibt es erst seit dem 15. Jahrhundert und die heutige Form der Hochzeitstorte besteht aus mehreren Etagen und ist reich verziert.
Wie die Slawen früher den Karawai mit verschiedenen Figuren verzierten, wird heute die Hochzeitstorte mit Zuckerguss, schönen Blumen, Brautpaarfiguren oder Figuren von Tauben versehen.
Das Brautpaar schneidet traditionell vor Mitternacht gemeinsam die Hochzeitstorte an. Die Eheleute verabreichen sich gegenseitig ein Stück der Torte, was bedeutet, dass sie zusammen ihr Eheleben im Glück genießen werden. Auch die Gäste sollen ein Stück der Torte genießen. Es hat eine symbolische Bedeutung: die Eheleute möchten mit ihren Gästen ihr Glück teilen.

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