Hochzeitsbräuche

Rituale und Traditionen bei russischen Hochzeiten

Rituale und Traditionen bei russischen Hochzeiten

Ein Ritual mit der Zusammenführung des Hochzeitspaares

Bevor die Hochzeitszeremonie begann, fand in der Regel immer ein Ritual mit der Zusammenführung des Hochzeitspaares statt.

Das Zusammenführen ist eine symbolische Verbindung von Braut und Bräutigam, begleitet von besonderen Liedern im Haus oder im Hof.

Der Trauzeuge führte die Braut und den Bräutigam zueinander, vereinte die Hände der Braut und des Bräutigams oder er band die Hände mit einem Tuch oder Schal zusammen. Eine weit verbreitete Variante des Zusammenführens ist, dass die Braut und der Bräutigam sich 3 mal z.B. in einem Kreis bewegen oder um den Tisch gehen müssen.

Rituale mit Brot hatten auch eine magische Bedeutung beim Zusammenführen des Brautpaares. Zum Beispiel, schnitt der Trauzeuge ein Stück Brot aus dem Haus der Braut ab, und legte das Stück mit dem mitgebrachten Brot des Bräutigams zusammen, band eine rote Schleife um die Brote und gab sie der Patentante, die die Brote auf die Tische brachte. Manchmal wurde das Brot über den Köpfen der Braut und des Bräutigams geteilt. Die Hälfte des Brotes vom Bräutigam wurde dem Vater der Braut gegeben und die Brothälfte der Braut bekam der Trauzeuge des Bräutigams. Die Brothälften wurden mit einem Band gebunden und auf den Tisch gelegt. Dieser Akt symbolisiert das Zusammenkommen junger Menschen und stärkt auf magische Art die Beziehung des Brautpaares.

 

 

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Ein Ritual der modernen Art ist...

wenn auf den Hochzeitstisch 2 Flaschen Champagner gestellt werden, um welche eine Schleife gebunden, und jeweils ein Bagel aufgesetzt wurde.

Während des Festes wird dem Brautpaar gleichzeitig aus beiden Flaschen eingeschenkt. Die 2 leeren Champagnerflaschen werden 1 Jahr lang bei den Brautleuten aufbewahrt.

Bevor es zur Zeremonie ging, wurde das Brautpaar von den Eltern der Braut mit einer Ikone und Brot gesegnet. Der Vater der Braut legte die rechte Hand seiner Tochter in die Hand des Bräutigams mit den Worten: "Poi, kormi, obuwaj, odewaj, na rabotu posylaj i w obidu ne dawaj." Was heißt: Die Braut soll immer was zu trinken und zu essen haben, gut gekleidet sein, zur Arbeit gehen und vom Ehemann beschützt werden. Das Haus musste die Braut mit einem Sprichwort verlassen, wie "Naplacheshsya za stolbom, koli ne naplacheshsya za stolom," auch wenn die Ehe von ihr gewünscht war. Was heißt, "fließen am Tisch nicht genug Tränen, so weint man sich später aus". Um das Brautpaar vor Unglück zu schützen wenn es das Haus der Braut verließ, wurde auf der Straße ein brennender Splitter aufgestellt. In anderen Orten wurden brennende Strohbündel vom Haus der Braut bis zum Haus des Bräutigams platziert: auf der Straße, an der Pforte, und vor der Haustür.Von dem Haus der Braut ging es mit dem Hochzeitszug zur Kirche.

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