In Frankreich

Di, 21/08/2012 - 15:06
Hochzeitsbräuche in Frankreich

Im 19. und teilweise auch im 20. Jahrhundert gab es in Frankreich die folgenden 3 Arten der Eheschließung:

1. Eheschließung in der Kirche
2. Eheschließung vom Bürgermeister
3. Keine offizielle Eheschließung

 

  •     Erst seit der Französischen Revolution müssen alle kirchlichen Eheschließungen auch standesamtlich geschlossen werden.
  •      Im 19. Jahrhundert hatten die jungen Franzosen die Möglichkeit, ihre zukünftigen Ehepartner auf verschiedenen Festen, der landwirtschaftlichen Arbeit, abendlichen Zusammenkünften und Jahrmärkten kennenzulernen. Vor allem die Zeit um Karneval herum und der Mai waren die “Hauptflirtzeiten”.Dennoch war der Mai kein beliebter Heiratsmonat, sowie in vielen anderen Ländern auch nicht.
  •     Die Initiative fürs Heiraten ergriff üblicherweise der Mann. Das “Heiratsgespräch” wurde dann von einem Vermittler mit der Braut geführt, dieser konnte der Vater des jungen Mannes, ein Freund von ihm oder der Taufpate sein. Als Einverständnis für die Hochzeit galt damals ein gemeinsames Essen mit Äpfeln, Brathähnchen und Pfannekuchen oder die Bitte der jungen Frau um das Anzünden des Feuers im Kamin.
  •     Die Hochzeit fand gewöhnlich im Hause der Braut statt. Als Zeichen der Vereinigung haben die Väter des Brautpaares dann auf sie angestoßen. Außerdem war es üblich einen Ehevertrag zu schließen, in dem die Wertgegenstände von Braut und Bräutigam erfasst wurden. Die Wertsachen der Braut wurden “Korb der Braut” genannt. Der Bräutigam feierte vor der Hochzeit mit seinen Freunden einen Junggesellenabschied in einer Bar oder einem Club. Die Braut feierte den Junggesellinnenabschied mit ihren Freundinnen bei sich zu Hause.
  •     Am Tag der Trauung wurden die Wertsachen der Braut in ihr neues Zuhause gebracht. Auf dem Wagen hat ihr Spinnrad und die Spindel den Ehrenplatz eingenommen und wurde mit Bändern geschmückt, denn diese waren ein Symbol für den Wohlstand, Reichtum und die Fruchtbarkeit.
  •     Die Kleidung des Brautpaares war bunt und entsprach der Festkleidung der Gegend des Brautpaares. Meist dominierten die Farben rot und weiß. Im 19. Jahrhundert war es beliebt in Schwarz zu heiraten.
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Hochzeitspaar in Frankreich

Diese Tradition hat sich bis heute gehalten.

Seit dem 20. Jahrhundert ist es üblich, dass die Braut meistens ein weißes Hochzeitskleid trägt.

  •     Bei der Hochzeitskleidung der Braut hatten vier Accessoires eine sexuelle Bedeutung: Die Schürze war ein Symbol für die Jungfräulichkeit der Braut, die Schuhe symbolisierten die Vereinigung von Braut und Bräutigam, den Gürtel sowie die Strumpfhalter durfte nur der Bräutigam vom Brautkleid entfernen.
  •     Die Hochzeitsfeier fand entweder morgens oder mittags statt. Witwen wurden abends oder nachts getraut. Die Braut durfte früher nicht ihre Freude über die Hochzeit zeigen. Sie musste traurig sein und weinen, und sich gegen den Auszug aus dem Vaterhaus stellen. Das Hochzeitskleid durfte die Braut nicht selber nähen, denn das galt als Unglückszeichen, deswegen wurde das Kleid von einer Schneiderin genäht, die die Braut auch für den großen Tag ankleidete. Es brachte Glück sich der Braut anzunähern, sie anzufassen und zu ihrer Freundin zu werden.
  •     Laut des Volksglauben wurde der Bräutigam zum dominierenden Ehepartner, wenn er während der Trauung auf die Schürze, Schleppe oder den Schleier der Braut trat.
  •     Nach der Trauung wurde die Braut von der Schwiegermutter im Haus des Bräutigams empfangen, die ihr einen Besen und andere hauswirtschaftliche Dinge überreichte. Dem Brautpaar wurde ein Laib Brot überreicht, den es mit den Gästen teilte.
  •     Während der Hochzeitsfeier durften sich Braut und Bräutigam nicht annähern, nebeneinandersitzen oder küssen. Zwischen ihnen saßen die Eltern oder Taufpaten.
  •    Der Höhepunkt der Hochzeit war die Tortenvergabe, jeder Gast bekam ein Stück. Außerdem wollten alle Gäste ein Stück vom Hochzeitskleid der Braut abbekommen, deswegen wurden zuvor Bänder an das Brautkleid angenäht, die dann zerschnitten wurden.
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