In Deutschland

Hochzeitsbräuche in Deutschland

Hochzeitsbräuche in Deutschland

Heiraten mit 14 Jahren damals - heute mit 25 oder 30 Jahren

Im Mittelalter war es in Deutschland einem Mädchen erlaubt mit 14 zu heiraten, einem Jungen mit 18 Jahren.

Im 19. Jahrhundert lag das durchschnittliche Alter zum Heiraten zwischen 20 und 25 Jahren. Am Vorabend der Hochzeit veranstalteten die Freundinnen der Braut für sie einen Polterabend, an dem gesungen, getanzt und “in die Zukunft der Braut” geschaut wurde.

Poltern

Der Bräutigam hatte ebenfalls einen Polterabend mit seinen Freunden. Manchmal wurde ein Polterabend auch für beide gleichzeitig veranstaltet. Ein Merkmal vom Polterabend ist, dass das Geschirr zerschlagen wurde, um dem Brautpaar Glück zu bringen. Am Vorabend der Hochzeit wurden die Sachen der Braut zum Haus des Bräutigams transportiert. Es war üblich, dafür einen Pferdewagen mit vier oder sechs Pferden zu verwenden: Ein Spinnrad, ein Doppelbett auf dem die Braut selbst saß und eine Wiege für das zukünftige Kind wurden zum zukünftigen Zuhause der Braut transportiert.

Der Wagen wurde von den Gästen und Passanten mit Jubel empfangen, die Braut hat dann an alle Nudeln, Kekse und Münzen verteilt.

Hochzeit - "hohe Zeit" als Höhepunkt im Leben

Das Wort “Hochzeit” hatte damals die Bedeutung “Hohe Zeit” und galt als Höhepunkt im Leben aller Menschen.

Zur Kirche ging man zu Fuß, vorne die Männer und hinten die Frauen.

 

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Hochzeit in Deutschland

Viele Bräuche und Volksglauben

Bei den Deutschen gab es viele Bräuche und Volksglauben, die mit der Hochzeit verbunden waren:

  •      Wenn es am Tag der Hochzeit regnet, ist es ein Unglückszeichen
  •      Wenn es einen Sturm gibt, wird auch das Familienleben stürmisch verlaufen.
  •      Wenn die Braut sich auf dem Weg zur Kirche umdreht, wird sie ein zweites Mal heiraten

 

Festliche Volkskleider

Was die Hochzeitskleidung der Braut betrifft, gab es zwischen dem 19. Und 20. Jahrhundert einen Wandel, die Bäuerinnen haben sich gewöhnlich in festlichen Volkskleidern trauen lassen, die bürgerlichen Töchter in schwarzen Kleidern aus Samt oder Seide.

Der Kopf der Braut wurde im 19. Jahrhundert mit einer grünen Krone bedeckt, im 20. Jahrhundert war es dann eine Myrtenkrone. Ende des Jahrhunderts wurde daraus dann der heutige Schleier, dieser dient dem Volksglauben zufolge zum Schutz vor bösen Geistern.

Das weiße Hochzeitskleid war in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg üblich.

Kirchliche Trauung und die Hochzeitsfeier

Bei der kirchlichen Trauung durften Bräute, die ihre Jungfräulichkeit bereits verloren haben, keinen Kranz aufsetzen.

Die Hochzeitstische waren immer reich gedeckt und den Gästen wurden mindestens 20 Gerichte angeboten.

Die Gäste schenkten dem Brautpaar am Ende der Hochzeitsfeier Geld und andere Dinge für das zukünftige Eheleben.

Bei der Rückkehr von der Hochzeitsfeier wurde dem Brautpaar vor dem Haus ein Glas Wein angeboten. Der Bräutigam nahm davon einen Schluck und überreichte das Glas der Braut, diese trank den Wein aus und warf das Glas über ihre Schulter. Das zerbrochene Glas garantierte dem Brautpaar Glück in der Ehe.

 

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